Kamin und Zuluft

Schema Kamin

Kamin und Zuluft richtig planen

Kaminplanung

Vor der Installation eines Kessels oder Einzelofens muss geklärt sein, ob der vorhandene Rauchfang für die angedachte Feuerstelle überhaupt geeignet ist oder im Falle eines Kamin-Neubaus welcher Kaminquerschnitt erforderlich ist, um die Abgase optimal abzuführen. Kamin und Feuerstelle müssen aufeinander abgestimmt sein! Die Eignung Ihres Kaminquerschnitts überprüft Ihr Rauchfangkehrer. Die Ergebnisse der Überprüfung werden im Kaminvorbefund festgehalten.

Je größer der Brennstoffumsatz (die stündlich verbrannte Brennstoffmenge), desto größer ist der erforderliche Querschnitt. Während z.B. viele Kachelöfen mit einem Durchmesser von 18 cm auskommen, erfordern Heizkamine häufig Querschnitte von bis zu 30 cm.

Zuluftplanung

Besonders in modernen Gebäuden wie Niedrigenergie- und Passivhäusern ist eine externe Zufuhr von Verbrennungsluft für Kleinfeuerungen unabdingbar. Dies hat damit zu tun, dass aufgrund der energetischen Optimierung dieser Gebäude die Gebäudehülle sehr dicht ist und so durch Fenster und Türen keine kalte Außenluft in das Gebäude nachströmen kann, wenn die Feuerstelle in Verwendung ist. Die für die Verbrennung erforderliche Zuluft muss daher direkt von Außen zugeführt werden. Dies kann zum Beispiel über eigene Verbrennungszuluftschächte im Rauchfang, über Kanäle im Fußbodenaufbau oder an der Kellerdecke erfolgen. Da dabei viele Aspekte (Dimensionierung, Strömungswiderstand, Bauteilstatik, Kondensation, Wärmeschutz, Brandschutz, Tiersicherung, Wasserschutz)  zu berücksichtigen sind, sollte die Planung und Ausführung nur durch qualifizierte Fachkräfte erfolgen.

Kaminöfen benötigen zur gefahrlosen und sauberen Verbrennung mind. 2 m3 Verbrennungsluft je Kilowatt Heizleistung pro Stunde. Bei Speicheröfen (z.B.: Kachelöfen) sind dafür mind. 10 m³ Verbrennungsluft je Kilogramm Holz pro Stunde erforderlich. Das Vorhandensein von ausreichender Verbrennungsluft kann Ihr Rauchfangkehrer durch eine messtechnische Überprüfung mittels Differenzdruckmessung nachweisen.

Wenn Sie die Anschaffung eines Kessels oder Ofens planen, nehmen Sie bitte frühzeitig Kontakt mit Ihrem Rauchfangkehrer und dem jeweiligen Planer Ihrer Feuerstelle  auf. Beide werden Sie gerne zur optimalen Dimensionierung Ihres Rauchfangs und zu einer eventuell notwendigen separaten Luftzufuhr beraten.

Expertentipps

von Herbert Mayer, Bundesinnungsmeister der Rauchfangkehrer

  • „Bei einer Neuerrichtung eines Rauchfanges ist vorher unbedingt das Gespräch mit dem Rauchfangkehrer zu suchen, da ja er es ist, der die Beratung hinsichtlich der zukünftigen Eignung macht und darüber hinaus die Gesamtanlage abzunehmen hat. Ob die Feuerstätte dann auch funktioniert, hängt weitgehend von der Konzeption der Abgasanlage (Rauchfang und Verbindungsstück) ab.“
     
  • „Bei einem vorhandenen Rauchfang ist es jedenfalls ratsam, den zur Verfügung stehenden Rauchfang auf seine Eignung, seinen baulichen Zustand und seine Dichtheit durch den Rauchfangkehrer prüfen zu lassen. Gerade hier kann im Vorfeld viel Ärger abgewendet werden. Diese Vorgangsweise wird in der Regel auch vom Hafnermeister oder vom Händler verlangt, da auch er sich vor Errichtung oder Montage in diese Richtung absichern will.“

von Thomas Schiffert, Kachelofenverband

  • „Wichtig bei der Planung des Rauchfangs ist auch die richtige Platzierung im Gebäude. Besonders günstig ist es, wenn der Rauchfang möglichst zentral im Gebäude positioniert ist, dann kann Ihr Ofen seine behagliche Wärme optimal nach allen Seiten entfalten.“
  • „Achten Sie darauf, dass der Boden, auf dem Ihr Ofen steht, für das betreffende Gewicht geeignet ist und dass die Anforderungen an den Brandschutz wie beispielsweise Abstände zu brennbaren Bauteilen eingehalten werden.“

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